SKN am Ende – wie weiter?

Nach dem Ständerat hat auch der Nationalrat Mitte September für die Abschaffung des Sachkundenachweises SKN votiert. Damit fällt die Pflicht nach nur acht Jahren wieder. Wann die Änderung in Kraft tritt, ist noch nicht klar. Der KVAK macht sich für das freiwillige Aargauer Hundehalterbrevet stark.

 

Das eidgenössische Parlament hat Anfang der Woche den Sachkundenachweis (SKN) beerdigt. Nur rund acht Jahre nach der Einführung im Jahr 2008 ist es also mit der Ausbildungspflicht für Hundehalter bereits wieder aus. Der Änderungsvorschlag einer Ausbildungspflicht nur für Ersthundehalter hatte keine Chance. Der Nutzen des SKN war umstritten, auch der KVAK hatte die Einführung in der geltenden Form kritisiert.

In der Hundeausbildung hat sich der SKN aber auch zu einem wirtschaftlichen Faktor entwickelt. Eine einfache Rechnung: Bei geschätzten 3000 Junghunden im Kanton Aargau pro Jahr und Kosten von 200 CHF pro Theorie- und Praxiskurs ergeben sich 600'000 CHF Kurseinnahmen pro Jahr. Diese fallen nun in naher Zukunft wohl vollständig weg. Manche Hundeschule und mancher Verein werden sich neu orientieren müssen. Namentlich der Boom der privaten Hundeschulen könnte ein jähes Ende nehmen.

Der KVAK hätte sich eine angepasste Tierschutzverordnung mit Ausbildungspflicht für Ersthundehalter gewünscht – wohlwissend, dass der administrative Aufwand für die Überwachung ebenfalls erheblich wäre. Umso mehr wird der Verband nun das Aargauer Hundehalterbrevet fördern, das nach unserer Ansicht ein zielführenderer Weg für das konfliktfreie Miteinander von Hundehaltern und Nicht-Hundehaltern ist. Ebenso wird sich der KVAK weiter für eine Reduktion der Hundesteuer für Brevet-Absolventen stark machen. Allerdings wäre dafür eine Änderung des Hundegesetzes notwendig, was realistischerweise nur ein Fernziel sein kann.

Bis zur Änderung der Tierschutzverordnung besteht die SKN-Pflicht noch einige Zeit weiterhin. Die Akzeptanz der Pflicht wird aber wohl unmittelbar sinken.

Der Vorstand des KVAK wird an der kommenden Präsidentenkonferenz vom 24. Oktober 2016 das Thema mit den Vertretern der Vereine und Hundeschulen aufgreifen.

 

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